FFW Kranzberg seit 1873 
Geschichte


Freiwillige Feuerwehr (gegr. 1873)
Gründung
In den 1860iger und 1870iger Jahren hatten die Bezirksämter die Gemeinden immer wieder auf die notwendige Einrichtung einer organisierten Feuerwehr hingewiesen, um das Feuerlöschwesen neu und straff zu ordnen, schlagkräftige Wehren einzurichten, die Ausbildung durch regelmäßige Übungen mit schlagkräftigen Feuerlöschgeräten zu intensivieren und für entsprechenden Nachwuchs im Löschwesen zu sorgen. Dies war umso wichtiger, weil Blitzschlag und unsachgemäße Handlungen nicht selten Brände in den Dörfern auslösten, denen man oft hilflos ausgeliefert war. Die in dieser Zeit noch existierenden Strohdächer bargen eine zusätzliche Brandgefahr.
Am 8. September 1873 versammelten sich in Kranzberg 65 Männer. Sie sprachen sich einstimmig für die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr aus und sagten ihren sofortigen Beitritt zu. Damit war die Freiwillige Feuerwehr Kranzberg gegründet und auch gleich ein Vorstandschaft gewählt. Die Wahl ergab folgendes Ergebnis:[1]
Vorstand: Martin Bauer, Eberspoint 2, Hauptmann: Quirin Neukäufler[2], Schriftführer: Josef Märkl, Kassier: Vincenz Stichaner, Zeugwart: Theodor Enghofer, Spritzenwart: Mathias Seidenberger
Zudem wurden die Feuerwehrmänner in die Abteilungen der Steiger, Spritzenmänner und Retter eingeteilt mit jeweils einem Zugführer. Welche Ausrüstung die Feuerwehr hatte geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Die Kommandanten

Seit der Gründung führten folgende Kommandanten die Frewillige Feuerwehr Kranzberg[3]:

  • 1873 – 1876 - Quirin Neukäufler
  • bis 1878 - Jakob Hammerl
  • bis 1886 - Jakob Kremmer
  • bis 1890 - Sebastian Eisen
  • bis 1902 - Martin Ebner
  • bis 1909 - Simon Wiesheu
  • bis 1913 - Thomas Kremmer
  • bis 1914 - Johann Krimmer
  • bis 1915 - Thomas Kremmer
  • bis 1919 - Sebastian Eisen
  • bis 1923 - Johann Krimmer
  • bis 1937 - Thomas Kremmer
  • bis 1948 - Albert Nett
  • bis 1951 - Paul Riedmeier
  • bis 1957 - Korbinian Eisen
  • bis 1967 - Sebastian Vierthaler
  • bis 1994 - Hans Bäumel
  • seit 1994 - Erich Frank

50-jähriges Gründungsfest 1924

Das 50jährige Gründungsfest wurde erst 1924 gefeiert. Eigentlich wäre die Feier bereits ein Jahr zuvor fällig gewesen, aber im Inflationsjahr 1923 hatte man anscheinend kein Geld für solche Feierlichkeiten.  

Musikalisch wurde das Fest vom Sängerhort und der Blechmusik-Kapelle Kranzberg, verstärkt durch die Kapelle aus Weichs umrahmt. Viele Häuser waren geschmückt und zeigten damit die Verbundenheit mit dem Verein. Neben den Kranzberger Vereinen (Krieger-, Burschen-, u. Sängerhort) waren die Feuerwehren aus Sünzhausen, Allershausen, Jarzt, Großnöbach, Aiterbach, Nörting, Hetzenhausen, Lauterbach, Gremertshausen, Hohenbercha, Tünzhausen, Thalhausen, Zolling und Hohenbachern vertreten. 


Abb. Ergänzen

Einige Ereignisse aus der Vereinsgeschichte[4]

  • 1935 befasst sich der Gemeinderat mit der Platzfrage für ein Feuerwehrhaus. Bürgermeister Hörl wurde beauftragt mit Frau Eichner, der Besitzerin vom Fischerwirt, diesbezüglich Verhandlungen aufzunehmen. Die Bauunternehmer Wiesheu und Adldinger wurden gebeten einen unverbindlichen Kostenvoranschlag auszuarbeiten[5].
  • 1944 Am 25. Juli beschließt der Gemeinderat die Anschaffung eines Löschzuges LLG mit einem Kostenaufwand von 10.762 RM.
  • 1953 wurde das 80jährige Gründungsfest mit 19 Gastvereinen groß gefeiert.
  • 1954 wurde eine Motorspritze angeschafft.
  • 1956 wurde ein VW-Pritschenwagen um 4.000 Mark gekauft und von Benno Rottenfußer sen. zum ersten Kranzberger Feuerwehrauto umgebaut. Untergebracht war das Fahrzeug in einer kleinen Einstellgarage im nördlich gelegenen Nebengebäude beim Fischerwirt.

Abb. Erstes Feuerwehrauto Kranzberg, 1956  

Abb Mannschaft des Ersten Feuerwehrautos  

v.l. sichtbar: Hans Schäffler, Sebastian Pellmeyer, Albert Nett, Anton Kratzl, Anton Aberl, Franz Weber

  • 1959 genehmigt der Gemeinderat für die Standartenweihe 300,- DM.
  • 1963 wurde ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 angeschafft.
  • 1969 wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus an der Unteren Dorfstraße eingeweiht. Mit 900 Arbeitsstunden beteiligten sich die Feuerwehrmänner an der Ausführung.
  • 1971 erhielt die Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug TLF 8/TS.
  • 1973 wurde am 2. und 3. Juni das 100jährige Bestehen mit einer Fahneweihe groß gefeiert. 
  • 1989 wurde am 9. September das neue noch heute bestehende Feuerwehrhaus eingeweiht und das Ereignis mit einem Bürgerfest gefeiert. Die Kosten des Feuerwehrhauses betrugen 1.800.000 DM. Der Freistaat Bayern, der Landkreis Freising die Versicherungskammer Bayern haben sich hierzu mit insgesamt 540.000 DM an Zuschüssen beteiligt.
  • 1992 wurde ein neues Löschfahrzeug LF 16/12 zu einem Preis von 450.000 DM angeschafft. Die Zuschüsse beliefen sich auf knapp 246.000 DM.
  • 1996 wurde der Feuerwehrverein Kranzberg als e.V. in das Vereinsregister eingetragen. Vorsitzender des Vereins und zugleich Kommandant der Freiw. Feuerwehr Kranzberg wurde Erich Frank.
  • 1998 wurde vom 17.-19. Juli das 125jährige Bestehen groß gefeiert.
  • 2001 erhielt die Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit feuertechnischer Beladung und Zusatzbeladung (hydraulisches Rettungsgerät) zu einem Preis von 300.000 € (die Zuschüsse betrugen 110.000 €) sowie einen Mannschaftstransportwagen.
  • 2001 wurde eine Jugendfeuerwehr gebildet, die durchverschiedene Lehrgängen an den Feuerwehrdienst heran geführt werden.
  • 2011 wurde ein neues Mehrzweckfahrzeug zu einem Preis von 36.000 €angeschafft.
  • 2018 erhielt die Feuerwehr ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF 20); die Kosten betrugen 390.000 €, die Zuschüsse vom Freistaat Bayern 120.000 €.  Im Februar 2018 wurden die Ämter Vorsitzender und Kommandant getrennt. Vorsitzender ist seitdem Martin Hübler, Kommandant der Feuerwehr bleibt Erich Frank. 
  • 2019 erhielt die Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF 20 KatS); die Kosten beliefen sich auf 330.000 €, woran sich der Freistaat Bayern und der Landkreis Freising mit 140.000 € Zuschuss beteiligten.

Besondere Feuersbrünste in Kranzberg

  • 1561 brannte der Kirchturm durch Blitzschlag bis auf eine Höhe von 26 m ab.
  • 1632 wurde das Kranzberger Schloss an Christi Himmelfahrt von 50 Schwedischen Reitern niedergebrannt.
  • 1664 brannte der Pfarrhof samt Stallungen und Stadl am Karfreitag aus nicht bekannten Gründen ab[6].
  • 1735 gab es ein Großfeuer in Berg beim Hauserbauer (frühere Nr. 1) und beim Schrank (frühere Hausnr. 3)[7]
  • 1818 sind ein Bauernhof und das Mesnerhaus in Kühnhausen abgebrannt.
  • 1828 sind zwei Häuser in Kranzberg infolge von Tabakrauchen nieder- gebrannt.
  • 1836 ist am 23.04. das sogenannte Kaminfegerhaus an der Kirchbergstraße abgebrannt.
  • 1836 ist am 09.09. nachts um 1 Uhr im Stall des Pfarrhofs ein Feuer ausgebrochen, das Stadl und Stallung bis auf die Grundmauern einäscherte.
  • 1838 ist das sogenannte Kaminfegerhaus (frühere Nr. 7) erneut abgebrannt.
  • 1884 wütete vom 16. auf den 17. Dezember die größte Feuersbrunst in Kranzberg. Der Botennikel (Anwesen Nr. 17) und auch das oberhalb befindliche Schäffleranwesen (Anwesen Nr. 2) neben der Kirche wurde ein Raub der Flammen, wobei ein 1 ¼ Jahre altes Kind verbrannte.
  • 1887 wurde Haus und Stadl des Max-Anwesens in Kühnhausen ein Raub der Flammen.
  • 1889 schlug am 08.05. ein Blitz beim Sellbaur in der Pantaleonsstraße ein, wodurch Stadl und Stallungen in Flammen aufgingen.
  • 1890 brannte am 28.04. das Kratzerhaus nieder.
  • 1892 brannte das Haus der Familie Wolf in Kühnhausen (Max-Anwesen) wurde vollständig nieder.
  • 1892 wurde das Haus des Andreas Wolf (Anwesen Nr. 8) in Kühnhausen vollständig zerstört.
  • 1894 wurde beim Sigl in Kühnhausen (Anwesen Nr. 5) der neugebaute Stall ein Raub der Flammen.
  • 1900 brannten sämtliche Gebäude der Familie Boos in der Unteren Dorfstraße mit Ausnahme des Wohnhauses ab. Der Brand griff auch auf die gegenüberliegenden Anwesen über und zerstörte die Anwesen Schmaus, Jobster und Blasi.
  • 1921 brannten Kuh- und Schweinestall und die Scheune der Familie Kistler in Berg ab. [8]
  • 1946 brannte der Stadl gegenüber dem Anwesen Ebner (Anwesen Felix) an der Oberen Dorfstraße ab.
  • 1972 brannte der Stadl und Stallungen der Familie Schredl in Berg.
  • 1990 brannte die landwirtschaftliche Maschinenhalle der Familie Huber in Dorfacker (neu Nr. 1) ab.
  • 1994 brannte das leerstehende Wohnhaus Wiesheu an der Pantaleonsstraße.
  • 2008 brannten Stadl und Stall der Familie Schredl in Berg.

100-jähriges Gründungsfest 1973

„Eine Demonstration echter Feuerwehrkameradschaft war das 100. Gründungsfest“, so war im Freisinger Tagblatt[9] am 4. Juni 1973 zu lesen.


Das große Fest wurde am 2. und 3. Juni 1973 mit über 5000 Festbesucher und 108 Vereinen gefeiert. Unter den Festgästen waren der Schirmherr Landrat Ludwig Schrittenloher, der Bundestagsabgeordnete Dr. Albert Probst, Bürgermeister Korbinian Eisen mit seinem Gemeinderat, Kreisbrandrat Hans Hartshauser, Kommandant Johann Bäumel, der Patenverein Allershausen und eine Fahnenabordnung aus der Partnergemeinde Dun sur Meuse. Für die musikalische Umrahmung sorgten die vier Festkapellen Bundesmusikkapelle Landl, Gauschützenkapelle Massenhausen, Blaskapelle Neufahrn und der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Freising. 


Ganz Kranzberg war geschmückt mit Fahnen und Girlanden. An der Hohenbachener Straße war ein Altar aufgebaut für einen feierlichen Gottesdienst, in dem auch eine neue Fahne geweiht wurde. Anschließend hefteten die Fahnenmutter Theresia Wildgruber, die Fahnenbraut …Sellmeier und die Festjungfrauen ihre Festbänder an die neue Fahne. 


Auf dem Sportplatz war ein großes Festzelt aufgestellt und am Nachmittag führte ein über zwei Kilometer langer Festzug durch das Dorf.

  • [1] Feuerwehrchronik Kranzberg
  • [2] GA; beim Anwesen Jobster auf Nr. 55 findet sich der Name Quirin Neukeufler, der dort um 1835 einheiratet. Es müsste sich aber beim Gründungsmitglied um seinen Sohn handeln.
  • [3] Die Übergabe des Amtes erfolgte i.d.R. zum 1. Februar
  • [4] Feuerwehrchronik Kranzberg
  • [5] GA, Beratungsbuch der Gemeinde von 1935 bis 1951
  • [6] Erber, Pfarrchronik Kranzberg, S. 56
  • [7] siehe Bericht von Karl Mayer, abgedruckt im Tagblatt am 20.8.1993
  • [8] GA, Brandunglücke bis 1921 aus der Chronik Berg, von A. Kistler und aus Aufzeichnungen der Feuerwehr.
  • [9] Stadtarchiv Freising

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